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Die „Posttraumatische Belastungsstörung"
( PTBS) ist eine mögliche Folgereaktion
auf ein oder mehrere traumatische Erfahrungen (z.B. Erleben
von körperlicher und sexualisierter Gewalt [auch in der
Kindheit], Vergewaltigung, gewalttätige Angriffe auf die
eigene Person usw.). Ebenso können schwere Erkrankungen
und die damit verbundenen notwendigen medizinischen Behandlungsmaßnahmen
traumatisierend wirken. Auch das Miterleben des Todes oder einer
schweren Erkrankung eines nahen Verwandten kann zu einer PTBS
führen. Kinder und Jugendliche sind besonders gefährdet.
Das Störungsbild ist geprägt
durch:
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sich aufdrängende, belastende Gedanken
und Erinnerungen an das Trauma (Bilder, Alpträume,
so genannte Nachhallerinnerungen oder Flashbacks: die Betroffenen
erleben das Trauma oder Teile davon neu, als würde
es noch einmal passieren.) oder Erinnerungslücken (teilweiser
Gedächtnisverlust an das traumatische Ereignis);
-
Übererregungssymptome (Schlafstörungen,
Schreckhaftigkeit, vermehrte Reizbarkeit, Affektintoleranz,
Konzentrationsstörungen);
-
Vermeidungsverhalten (Vermeidung von allem,
was an die traumatische Situation erinnert);
-
emotionale Taubheit (allgemeiner Rückzug,
Interesseverlust, innere Teilnahmslosigkeit);
Die Symptomatik kann unmittelbar oder auch mit (z. T. mehrjähriger)
Verzögerung nach dem traumatischen Geschehen auftreten.
Eine akute Belastungsreaktion
beginnt unmittelbar nach einem Trauma auf und zeigt ähnliche
Symptome. Allerdings tritt hierbei nach spätestens 6
Monaten eine spontane Besserung ein. Ansonsten geht sie in
eine PTBS über.
Die Häufigkeit von PTSD
ist abhängig von der Art des Traumas. Etwa
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50 % aller Vergewaltigungsopfer
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25 % der Opfer anderer Gewaltverbrechen
-
20 % der Kriegs- und 15 % der Verkehrsunfallopfer
sowie
-
15 % der Menschen, die unter schweren körperlichen
Krankheiten leiden oder litten, (z. B. Blutkrebs oder wiederholte
chirurgische Eingriffe wegen angeborener Fehlbildungen)
entwickeln später eine so genannte PTBS.
Bei unbehandelten Traumaopfern besteht ein hohes Risiko für
die Entwicklung anderer psychischer Störungen, z. B.
Depressionen oder psychosomatische Krankheiten sowie Alkohol-
und Medikamentenmissbrauch.
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Unser
Therapieprogramm besteht aus den folgenden Phasen:
Traumaspezifische Stabilisierung
In dieser Phase geht es noch nicht um die Arbeit mit dem Trauma
an sich, sondern darum, die Betroffenen darin zu unterstützen,
mit ihren Folgen (Ängste, Unruhe, Schreckhaftigkeit, Schlafstörungen,
sich aufdrängende Erinnerungen usw.) umgehen zu lernen,
ohne sich dabei zu schaden. In dieser
Phase lernen die Patienten (und ihre Angehörigen) viel
über die PTBS und darüber, wie die Symptome zu erklären
und zu verstehen sind. Viele Betroffene schämen sich für
ihre Gefühle und Reaktionen. Es ist wichtig, ihnen zu vermitteln,
dass sie nicht „verrückt" sind und ihnen die
Ursache für diese Symptome zu erklären. Das Wissen
um das Wie und das Warum wirkt in der Regel bereits entlastend.
Wichtig ist auch das Training von Fähigkeiten zur Selbstberuhigung
und Problemlösung. Eine erfolgreiche Stabilisierung ist
Voraussetzung für die inhaltliche Arbeit am Trauma an sich.
Manchmal ist in dieser Phase auch der Einsatz von Medikamenten
sinnvoll.
Traumaverarbeitung
Ziel der Phase 2 ist die Verarbeitung des traumatischen Erlebnisses
an sich und das Erreichen eines Zustandes, in dem das Ereignis
erinnert werden kann, ohne dass es zu einer unkontrollierten
Überflutung mit starken Ängsten usw. kommt.
Das Trauma wird so zur Erinnerung, die in den Hintergrund treten
kann und das weitere Leben nicht mehr bestimmt, so dass die
Betroffenen freier in ihrer zukünftigen Lebensgestaltung
werden.
Rekonstruktion und Wiedereingliederung
Durch bestimmte traumatische Erlebnisse wird das Weltbild der
Betroffenen stark erschüttert. Das Vertrauen in die Welt
als ein sicherer und vorher-
sehbarer Ort und auch das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten
wird erschüttert. Dies führt auch zu weit reichenden
Folgen in Beziehungen, Familie, Schule und Arbeit. In dieser
Phase geht es darum, gemeinsam mit den Betroffenen und ihren
Angehörigen einen Weg zurück in die Normalität
zu suchen und sie beim Wiederaufbau eines sicheren Miteinanders
zu unterstützen.
Eingesetzte psychotherapeutische Verfahren
In der Arbeit mit traumatisierten Jugendlichen und ihren Familien
in unserer Klinik kommen eine Reihe von Verfahren zum Einsatz,
die sich gegenseitig ergänzen.
- kognitive Verhaltenstherapie
- Stabilisierungstechniken und ressourcenorienierte Verfahren
aus der Eriksonschen Hypnotherapie
- Imaginative Traumatherapie nach Reddemann
- EMDR
- Entspannungsverfahren (z.B. vor allem Progressive Entspannung)
- Körpertherapie
- Kunst und Musiktherapie
- Unterstützende medikamentöse Therapie (vor allem
Antidepressiva aus der Stoffgruppe der SSRI)
- Familientherapie und Unterstützung der Angehörigen
Bei der Arbeit mit traumatisierten Jugendlichen spielt die
Miteinbeziehung der Familien eine wichtige Rolle. Die Angehörigen
werden darin unterstützt, die Symptome und Probleme der
eigenen Kinder zu verstehen und damit (zum Beispiel in Krisensituationen)
angemessen umzugehen.
Oftmals sind die Eltern auch selbst traumatisiert, weil sie
ihre Kinder nicht angemessen schützen konnten oder selbst
in das Ereignis (z. B. ein Verkehrsunfall) verwickelt waren.
Je nach Art des Traumas und Dauer der traumatischen Situation
muss die Behandlung an die speziellen Bedürfnisse der Patienten
und ihrer Familien angepasst werden. Häufig ist eine Integration
der stationären Therapie und der ambulanten Behandlung
notwendig. Auf eine gute Zusammenarbeit mit den niedergelassenen
Therapeuten legen wir auch bei der Traumatherapie besonderen
Wert. |
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