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Was ist Übergewicht?
Übergewicht entsteht durch eine übermäßige
Anhäufung von Fett im Körper. Der BMI liegt über
30, d.h. das Normalgewicht wird mindestens zu 20 % überschritten.
Hintergründe für Übergewicht
Die Häufigkeit von Übergewichtserkrankungen nimmt
in allen Industrienationen zu, in Deutschland sind etwa 10
- 20% aller Schulkinder und Jugendlichen übergewichtig.
Auch das Ausmaß des Übergewichtes steigt deutlich
an.
Die Ursachen hierfür sind vielschichtig und bestehen
u.a. in sich verändernden Lebensbedingungen (übermäßige
Zufuhr von kalorien- und fettreicher Nahrung und körper-
liche Inaktivität), die zur Zunahme der Fett-
masse des Körpers führen. Letztlich stimmt das Gleichgewicht
zwischen der Nahrungsauf-
nahme und dem Kalorienverbrauch, also vor allem der Bewegung
nicht.
Der Krankheitswert der Adipositas im Jugendalter ergibt sich
aus den körperlichen Einschränkungen und Folgeerkrankungen
und vor alle auch aus der psychosozialen Beeinträchtigung
der Kinder. Übergewichtige Kinder werden häufiger
gehänselt und verspottet als ihre normalgewichtigen Alters-
genossen. Sie sind auch häufiger Opfer von Mobbing und
werden in der Regel in der Gruppe weniger anerkannt als ihre
Alters-
genossen. Um diesen unangenehmen Erlebnissen aus dem Weg zu
gehen, führen sie häufig ein körperlich passiveres
und zurückgezogenes Leben. Übermäßiges
Fernsehen und Spielen am Computer sind häufige Begleiterscheinungen.
Komplikationen
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erhöhter Blutdruck mit weitreichenden
Konsequenzen (Herz- und Hirninfarktri-
siko wird erhöht).
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Blutfettentgleisung (Infarktrisiko steigt).
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orthopädische Beschwerden durch die
Überlastung von Knochen und Gelenken
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Diabetes-Risiko steigt, ein Diabetes ist
wiederum mit einer ganzen Reihe von erhöhten Risiken
verbunden.
-
Atemwegerkrankungen und Schlafstörungen
-
Die Lebensqualität sinkt, was sich
z.B. in Depressionen niederschlagen kann.

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Wichtige
Schritte unseres Therapiekonzeptes:
1. Motivationsarbeit
Eine wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie
ist die langfristig ausreichende Motivation zur Mitarbeit beim
betroffenen Jugendlichen und seinen Be-
zugspersonen. Übergewichtige haben, wenn sie zu uns kommen,
in der Regel schon mehrere erfolglose Versuche der Gewichts-
reduzierung hinter sich. Von daher ist es verständlich,
wenn sie vor allem zu Beginn der Behandlung nicht an den Behandlungserfolg
glauben und daher auch wenig motiviert sind. Die Einsicht in
die komplexen und mehr-
schichtigen Zusammenhänge des Problems und das Erarbeiten
eigener sinnvoller und erreichbarer Ziele für die Behandlung
lassen wieder Hoffnung und Motivation für die Arbeit entstehen.
2. Aufbau eines gesunden
Ernährungsverhaltens
Zu Beginn der Behandlung wird das Essen stark von außen
strukturiert. Wir führen keine Abmagerungskuren durch,
weil diese den Patienten unnötig quälen und in der
Regel über einen sogenannten Jojo-Effekt zu einer Ge-
wichtszunahme führen, also schädlich sind.
Im Rahmen der Ernährungsberatung vermitteln wir den Jugendlichen
und den Eltern das notwendige Wissen über das Essen. Hierzu
gehört auch das (angeleitete) selbständige Kochen.
Schrittweise lockern wir die Be-
dingungen des Essvertrages und trainieren den Umgang mit Versuchungssituationen
und mit den gefürchteten Dickmachern.
3. Elternschulung
Übergewicht ist ein Problem, dessen Be-
wältigung Ausdauer und einen langen Atem benötigt.
Für Eltern ist es wichtig zu wissen, was sie zum Erhalt
der in der Klinik gemachten Fortschritte beitragen können.
Dieser Aspekt spielt in der Elternarbeit eine wichtige Rolle.
4. Bewegung
und Sport
Der Aufbau eines gesunden und bewegungs-
aktiven Freizeitverhaltens ist genauso wichtig wie ein gesundes
Essverhalten. Während des Klinikaufenthaltes führen
wir gelenkschonende Sport- und Bewegungstherapien durch und
bieten eine anregende aktive Freizeitgestal-
tung. Sport und Bewegung werden hierbei so angeboten, dass es
nicht zur Quälerei sondern zu einer Quelle von Spaß
und Freude wird.
5. Soziales Kompetenztraining
Viele übergewichtige Jugendliche habe Probleme bei der
Wahrnehmung der eigenen Gefühle, ihrem angemessenen selbstbehaup-
tenden Ausdruck und dem Umgang mit der Gruppe der Gleichaltrigen.
Durch eine Reihe von Maßnahmen (Einzeltherapie, Gruppen-
therapie, Körpertherapie, Gestaltungs- und Musiktherapie)
haben die Patienten die Möglichkeit neue Verhaltensweisen
zu erlernen, um sich in der Zukunft besser wahrnehmen und behaupten
zu können. Auch das pädagogisch begleitete Zusammenleben
in der Gruppe der Gleichaltrigen auf Station bietet hier einen
wichtiges Lernumfeld.
6. Stressbewältigung,
Entspannung
Erlernen von Techniken zur Stressbewältigung und mindestens
ein Entspannungsverfahren.
7. Entlassvorbereitung,
Weiterbehandlung und Selbsthilfegruppen
Die endgültige Entlassung wird im Rahmen von Belastungserprobungen
vorbereitet. |
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